Der Maibaum – ein alter Brauch
Das Maibaumaufstellen hat in Bayern schon gute alte Tradition. Früher streiften die jungen Burschen durch die Wälder und suchten sich einen geeigneten Baum für den 1. Mai aus, je höher desto lieber. Nachdem man fündig geworden war, wurde der Waldbesitzer um eine Baumspende gebeten. Meist entsprach der Waldbauer der Bitte, weil er stolz auf den neuen Maibaum war.
Schon vor dem 1. Mai ging´s dann gemeinsam in den Wald, um den Baum zu fällen. Anschließend wurde er auf einem Wagen, der von 2 Pferden gezogen wurde, aufgelegt und aus dem Wald gefahren. Dabei wurde viel gelacht und auch so manche Flasche Bier geleehrt. Zu früher hat sich da nicht viel geändert, außer dass in der heutigen Zeit nicht mehr die Pferde den Wagen ziehen und der Baum mit einer Motorsäge gefällt wird. Wenn er dann endlich im Wald liegt, kommt der Unimog, oder ein schwerer Bulldog mit einem Nachläufer, und die Burschen legen auf das Fahrgestell den Baum auf. Aber wie zu früheren Zeiten wird auch jetzt nach der harten Arbeit gelacht, und das macht natürlich wieder durstig. Es ist nicht immer leicht, so einen großen Baum, der in der heutigen Zeit ca. 30 Meter lang ist, aus dem Wald zu transportieren, denn er muß um viele Ecken und Kurven gebracht werden. In der heutigen Zeit steht oftmals am Ortsrand ein Pferdefuhrwerk bereit, das den Unimog ablöst und den Baum nach alter Tradition ins Dorf hineinfährt. In manchen Orten lässt man ihn einfach der Natur oder er wird mit blau-weißer Farbe gestrichen.
In der Nacht, bevor der Maibaum aufgestellt wird, müssen die Burschen „auf Zack“ sein. Denn so, wie es der Brauch ist, versuchen andere Burschenschaften aus den Nachbardörfern, den Baum zu stehlen. Wenn dies passiert, ist es nicht gerade billig, seinen Baum wieder zurückzubekommen, denn er muß ausgelöst werden. Dies tut man früher, genauso wie heute mit viel Bier und einer anständigen Brotzeit.
Am 30. April gegen 18.00 Uhr wird der Maibaum vom prächtig geschmückten Pferdegespann des Röhrlhofbauern Alois Danzer und begleitet vom Zellertal-Spielmannszug Arnbruck zum Dorfplatz gebracht. Viele Zuschauer bestaunen nun das Spektakel auf dem Dorfplatz, während die Musik noch kräftig aufspielt. Nun werden am Maibaum, an den Schwaiwerln die letzten Handgriffe vorgenommen. Wenn alles passt, ist es endlich soweit, und das Kommando lautet : „Manna, auf geht´s, pack mas o – mitanander – hou ruck“. Nun wird es still bei den vielen Zuschauern, denn das Aufstellen erfordert bei den Burschen, meist bestehend aus den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Arnbruck, viel Kraft und eine gute Konzentration. Denn das Aufstellen ist nach wie vor eine gefährliche Sache und jeder Handgriff muß sitzen.
Im Gemeindebereich Arnbruck´s werden insgesamt vier Maibäume aufgestellt:
30. April um 18.30 Uhr in Arnbruck am Dorfplatz mit Standkonzert durch den Zellertal-Spielmannszug Arnbruck
30. April um 19.00 Uhr in Thalersdorf am Dorfplatz durch die Freiwillige Feuerwehr Thalersdorf

1.Mai um 10.00 Uhr am Dorfplatz Hötzelsried durch den Stammtisch Hötzelsried

1.Mai um 14.00 Uhr am Feuerwehrhaus in Niederndorf durch die Freiwilligen Feuerwehr Niederndorf
